12. September 2026 · Dolná Krupá · Westslowakei
Beethovens Muse im Schloss Dolná Krupá
Ein klassizistisches Schloss, eine bis heute ungeklärte Liebesgeschichte und Beethovens Musik, interpretiert von herausragenden europäischen Künstlern.
Am 12. September verbindet Rosarium der Musik ’26 eine Schlossführung, ein Picknick im englischen Landschaftspark und ein abendliches Konzert zu einem besonderen Kulturerlebnis abseits der großen Besucherströme.
Eine Frage, die das Schloss seit Generationen bewahrt
In Dolná Krupá im Westen der Slowakei steht ein Schloss, das seit Generationen eine unbeantwortete Frage bewahrt: War Josephine Brunsvik tatsächlich Beethovens Muse? Nach der Überlieferung der Familien Brunsvik und Chotek hielt sich Ludwig van Beethoven hier auf, unterrichtete junge Gräfinnen am Klavier und schrieb einer von ihnen Briefe voller Gefühle. Ein eindeutiger Beweis für seine Aufenthalte fehlt. Die erhaltene Korrespondenz, die familiäre Erinnerung und mehrere Indizien verbinden den Komponisten jedoch eng mit diesem Ort.
„Mit einer anmutigen Muse bekannt geworden, die meine Seele zu reinen Harmonien stimmte, gewann ich sie für mich, und wie es scheint, gewann auch sie mich lieb. Und als die Muse es so wollte, gehorchte ich und schrieb …“
Ludwig van Beethoven
Die Frau, die er nicht haben durfte
Beethoven lernte die Familie Brunsvik an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert kennen. Er unterrichtete Therese und Josephine im Klavierspiel, wurde zum Freund der Familie und stand Josephine besonders nahe. Eine Ehe zwischen einer Gräfin und einem Mann nichtadeliger Herkunft war damals gesellschaftlich kaum vorstellbar. Josephine wurde mit dem wesentlich älteren Wiener Grafen Johann Joseph Deym verheiratet. Nach seinem Tod traf sie Beethoven erneut, doch ihre Beziehung blieb unerfüllt.
Josephine gilt bis heute als eine der ernsthaftesten Kandidatinnen für die Adressatin des berühmten Briefes an die „Unsterbliche Geliebte“. Auch ihre Cousine Giulietta Guicciardi gehörte zu Beethovens engem Umfeld; ihr widmete er die später als Mondscheinsonate bekannt gewordene Klaviersonate. Die Überlieferung verbindet selbst dieses Werk mit dem Park von Dolná Krupá.
Ein Schloss, in dem Musik zum gesellschaftlichen Leben gehörte
Das restaurierte Schloss der Familie Brunsvik zählt zu den bedeutendsten Beispielen ländlicher klassizistischer Architektur in der Slowakei. Seine Besitzer machten es zu einem kulturellen Zentrum, das für Musik, Bildung und gesellschaftliches Leben bekannt war. Heute beherbergt es das Musikmuseum des Slowakischen Nationalmuseums.
Dolná Krupá lag damals im gemeinsamen Kulturraum der Habsburgermonarchie. Persönliche Kontakte, Musik und Ideen verbanden Wien mit den Adelssitzen der Region. Wer das Schloss heute besucht, entdeckt ein bislang wenig bekanntes Kapitel europäischer Kulturgeschichte.
Warum heißt das Festival „Rosarium der Musik“?
Der Name verweist auf ein reales Rosarium direkt neben dem Schlosspark. Es knüpft an die Tradition der Gräfin Marie Henriette Chotek an, die in Dolná Krupá eine der größten Rosensammlungen Europas schuf und als „Rosengräfin“ bekannt wurde.
Heute wachsen hier rund 2.500 Rosen, darunter eine eigens zu Ehren der Gräfin gezüchtete Sorte. Rosenblätter dieser Sorte werden auch für hochwertigen regionalen Met verwendet. So verbindet Dolná Krupá Musik und Geschichte mit einem feinen, süßen Akzent. Musikalische Erlebnisse blühen hier auch am Ende des Sommers.
12. September: Wenn die Geschichte musikalische Gestalt annimmt
Das Erlebnis beginnt um 16.00 Uhr mit einer Führung durch das restaurierte Schloss. Dabei lernen die Besucher die Architektur des Adelssitzes und die Geschichten kennen, die ihn mit Ludwig van Beethoven verbinden. Anschließend folgen ein Picknick im englischen Landschaftspark und das abendliche Konzert.
Das Konzertprogramm
Ludwig van Beethoven
Klaviertrio Nr. 5 D-Dur, op. 70/1 „Geistertrio“
Auswahl aus Beethovens Liedschaffen
Klaviersonate Nr. 31 As-Dur, op. 110
Beethovens Musik wird von Künstlern interpretiert, die auf internationalen Bühnen zu Hause sind: dem finnischen Pianisten, Dirigenten und Komponisten Olli Mustonen, dem Geiger Igor Karško, dem Cellisten Jozef Lupták, dem Tenor Matúš Šimko und dem polnischen Pianisten Marcin Koziel.
An einem einzigen Nachmittag verbinden sich damit all jene Elemente, die Dolná Krupá besonders machen: das restaurierte klassizistische Schloss, der englische Landschaftspark, die Geschichte der musikbegeisterten Familie Brunsvik und Beethovens Werke in der Interpretation herausragender Musiker. Das Konzert erinnert nicht nur an die Vergangenheit – es bringt die Musik in ein Umfeld zurück, in dem sie bereits vor mehr als zwei Jahrhunderten hätte erklingen können.
Ihr Kulturtag in der Westslowakei
Dolná Krupá ist über die Autobahn gut aus Österreich erreichbar und eignet sich für einen besonderen Tagesausflug. Das Schloss liegt abseits der stark frequentierten touristischen Routen und eröffnet einen Blick auf ein Stück gemeinsamer europäischer Geschichte, das viele Reisende noch nicht kennen.
Wenn der letzte Ton verklungen ist, bleibt jene Frage offen, die der Geschichte von Dolná Krupá ihren besonderen Reiz verleiht: War Josephine Brunsvik tatsächlich Beethovens Muse?
Datum: Samstag, 12. September 2026
Beginn: 16.00 Uhr
Ort: Schloss Dolná Krupá, Slowakei
Reguläres Ticket: 26 €
Ermäßigtes Ticket: 22 € (Menschen mit Behinderung und Personen ab 62 Jahren)
Kinder unter 16 Jahren: kostenlos; ein Ticket zum Preis von 0 € ist erforderlich
Häufige Fragen
Was ist im Ticket enthalten?
Die Schlossführung, das Picknick im englischen Landschaftspark und das abendliche Konzert.
Ist die Veranstaltung auch für Familien geeignet?
Ja. Kinder unter 16 Jahren haben freien Eintritt. Für jedes Kind muss im Ticketshop ein kostenloses Ticket gebucht werden.
Ist Dolná Krupá aus Österreich gut erreichbar?
Ja. Die Gemeinde liegt in der Westslowakei und ist dank der guten Autobahnverbindung unkompliziert erreichbar.
Veranstaltet von der Tourismusorganisation Trnavský kraj mit Unterstützung der Selbstverwaltungsregion Trnava, in Zusammenarbeit mit dem Kammermusikfestival Konvergencie und dem Slowakischen Nationalmuseum – Musikmuseum.